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Tierisch Starke Medizin - Biberfett

JAGDAPOTHEKE

„Tierisch starke Medizin”

 

die Schätze der (beinahe) vergessenen Jagdapotheke

 

 

Kurz zur Erinnerung: Durch den hohen Verzehr von salicylhaltigen Pflanzen (Weiden) reichert sich dieser schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkstoff, den wir in seiner chemischen Form als spirin kennen, an. Bibergeil nennt man deshalb auch das „Aspirin des Mittelalters“. 

 

Vom Fett dieses Baumeisters war bisher noch nie die Rede. Ein glücklicher Zufall hat mir nun Biberfett von mehreren Exemplaren beschert. Außerhalb der österreichischen Landesgrenzen gibt es Reviere in denen Biber gejagt werden dürfen und einige glauben, dass das auch bei uns irgendwann wieder so sein wird. Wer also die Gelegenheit hat, sollte das kostbare Biberfett unbedingt nützen. 

 

Bisher gibt es keinerlei Studien oder Analysen zu dieser spannenden Wildart. Bekannt ist lediglich, dass der Biberschwanz einst als Fastenspeise sehr beliebt war. Da er sich mehrheitlich im Wasser aufhält und sein Schwanz an eine Fischflosse erinnert, zählte man ihn zu den Fischen und sein Verzehr war somit in der Fastenzeit erlaubt. 

 

Das Rohfett erinnert von seiner Struktur sehr an Dachsschmalz, nur dass es nicht ganz so reinweiß ist. Es hat einen zarten gelben Schimmer. 

 

Um Biberfett von höchster Qualität zu bekommen, darf man nicht vergessen das Wild sofort nach dem Schuss – allerhöchstens 1 Stunde danach – aufzubrechen und wie gewohnt der Kühlkette zuzuführen. 

 

Wenn wir uns vor Augen halten, dass Biber hauptsächlich an kalten Gewässern leben und im Winter bei sehr kalten Temperaturen noch beweglich sein müssen, so liegt nahe, dass dieses Fett wie Dachsschmalz und Murmeltieröl reich an ungesättigten, nicht sehr festen, eher öligen Fettsäuren sein sollte. Damit war klar, dass es im Wasserbad ausgelassen werden muss, um die wertvollen Inhaltsstoffe möglichst zu erhalten. 

 

Das Ergebnis nach dem Auslassen hat den Verdacht bestätigt. Das ausgelassene Fett ist nicht ganz so ölig wie Murmeltierfett, aber auch nicht ganz so schmalzig wie Dachsfett. Die zart gelbliche Farbe und die Viskosität erinnern am ehesten an Braunbärenfett. 

Wir können vermuten, dass auch im Fett des Bibers noch etwas von der Salicylsäure vorzufinden ist, weshalb es sich für schmerzlindernde und ent¬zündungshemmende Zubereitungen eignen dürfte. Eine Kombination aus Biberfett mit Pappelknospen und Bi-bergeiltinktur ist sicher vielversprechend. 

 

Hier also ein Rezeptvorschlag: 

 

80 ml ausgelassenes Biberfett 

20 ml Bio-Walnussöl oder Bio-Sonnen¬blumenöl 

In diesem Ölgemisch eventuell einen Esslöffel Pappelknospen mazerieren – danach abseihen 

20 g Bio- Bienenwachs 

5 Tr. Bibergeiltinktur (ersatzweise 5 Tr. ätherisches Bio- Wintergrünöl) 

15 Tr. ätherisches Bio-Lavendelöl fein 

 

Dieser Balsam leistet gute Dienste bei allen entzündlichen und schmerzenden Prozessen von Akne über Neurodermitis und Schuppenflechte, bis zu Gelenkbeschwerden und Sehnenscheidenentzündungen. 

 

Bei schmerzenden Gelenken und Seh¬nen kann die Wirkung noch durch das wunderbar zarte und wärmende Fell des Bibers unterstützt werden. 

Ein heißer Tipp für die kalte Jahreszeit! 

 

Sollten Sie keinen Biber zur Verfügung haben, nützen Sie am besten die aktuellen Fuchsnächte, um sich aus Meister Reinekes Balg wärmende Mützen und Schals machen zu lassen. 

 

Guten Anblick und Weidmannsheil, 

Barbara Hoflacher 

www.heilpflanzen-schule.com

 

Autor: Die Jägerin

Mehr Infos zum Autor finden Sie hier.

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