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Unterschätzte Gefahr

Heiß im Mais

Besonders im Spätsommer ist es bei vielen Jagdgesellschaften üblich, den Mais kurz vor der Ernte durchzudrücken. Der Jagdleiter erhält einen Anruf vom Grundstückeigentümer bzw. Landwirt, dass das Maisfeld abgeerntet wird, nicht selten erfolgt der Anruf direkt vom Feldweg aus und der Mädrescher dröhnt schon im Hintergrund. Rasch werden einige Schützen und Hundeführer kontaktiert und schon ist das Feld umstellt. Am frühen Abend, meist noch heiß aber doch schon erträglich, drücken die Treiber im Schweiße ihres Angesichts mit den Hunden den Mais durch. Der menschliche Organismus versucht sich abzukühlen und wir schwitzen. Den Hunden ist dies nicht möglich, sie kühlen sich durch hecheln ab, doch die Luft im Maisfeld ist noch von der Mittagshitze aufgeheizt und stickig. Dies bemerken die Schützen die außerhalb stehen nicht einmal, doch der hechelnde Hund befindet sich sozusagen im Backofen, die Sauenschutzweste verstärkt diesen Effekt. Das gleiche Phänomen ist bei Schilfgürteln anzutreffen, die die Hitze lange halten und erst spät nachts abkühlen. Hinzu kommt, dass der Hund bei der Nasenarbeit leichtes Fieber bekommt, sprich die Körpertemperatur etwas steigt. Unser Jagdgefährte kollabiert, der Organismus ist überhitzt und es ist eine lebensbedrohliche Störung des Kreislaufsystems gegeben. Die Folge sind starkes Hecheln, beschleunigter Puls, flache Atmung, Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen etc. Im schlimmsten Fall reagiert jetzt der Hundeführer panikartig und kühlt den Jagdhund zu schnell runter, indem er ihn mit kaltem Wasser überschüttet – ein Schock ist die Folge, der den Kreislauf zusätzlich belastet. Der Jagdhund sollte generell in einen kühlen Raum gebracht werden und langsam von den Pfoten weg, über die Extremitäten hin zum Rumpf abgekühlt werden.

 

Kollaps – wenn die Energie ausgeht

 Unterzuckerung beim Jagdhund

Besonders betroffen sind junge und mittelalte Hunde, die noch sehr viel Eifer bei der Arbeit zeigen. Nicht immer muss der Unterzuckerung des Jagdhundes ein harter Einsatz im Gelände vorausausgehen, oft kann es auch sein, dass Ihr Hund in den letzten Tagen mit Verdauungsproblemen zu kämpfen hat. Sie werden zu einem Einsatz gerufen und während der Arbeit geht Ihrem vierläufigen Jagdhelfer plötzlich die Energie aus. Zu Beginn kann sich ein Kollaps mit erhöhtem schaumigen Speichelfluss ankündigen, der Hund zeigt einen unsicheren Gang, Abgeschlagenheit und zittert. In schweren Fällen kann es zu Krämpfen führen die uns vielleicht im ersten Augenblick an einen epileptischen Anfall erinnern. Auch Hunde, die bei einer Unterzuckerung aus dem Jagdbetrieb genommen und vielleicht ins Auto gebracht werden, müssen unbedingt beobachtet werden und erhalten nicht selten eine Infusion beim Tierarzt. In den Anfangsstadien können Sie ihrem Hund mit der oralen Verabreichung von Zuckerlösungen (z.B. Jubin aus der Tube) helfen, das Zeitfenster ist allerdings sehr klein indem Sie eine Unterzuckerung erkennen und mit einer oralen Gabe einen Kollaps abwehren können. Vor und während der Drück- und Treibjagdsaison sollte man besonders auf eine ausreichende Zufuhr von Kalorien achten, ein Füttern kurz vor der Jagd selbst ist allerdings abzulehnen. Wenn Ihr Hund am Abend vor der Jagd oder am Jagdtag selbst an Durchfall leidet, überdenken Sie eine Teilnahme bzw. behalten Sie ihn besonders im Auge. Weiters wäre es auch wünschenswert, wenn sich jeder Hundeführer eine Zuckerlösung für sich und seinen Vierläufer in die Hostentasche steckt. Auch wenn dem Hundeführer am Feld die Energie ausgeht, kann er diese Zuckerlösung zu sich nehmen.

Wir sind für unsere Jagdhunde verantwortlich, solange sie ihre vier Läufe tragen!

Nehmen wir diese Aufgabe gewissenhaft wahr!

 

Autor: Carina Frank

Tags: Jagdhund, Schutz

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