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Krähenjagd

Es ist weit bekannt, dass Krähen zu den intelligentesten und klügsten Vogelgattungen zählen. Doch in den vergangenen Jahren sind sie immer mehr und mehr durch die starke Vermehrung und die steigenden Schäden in der Landwirtschaft zur Plage geworden. Um sich darunter etwas vorstellen zu können muss man wissen, dass Krähen das Saatgut auspicken (vor allem beim Mais), junge Pflanzen auszupfen und auch die Silofolien der Ballen beschädigen. Die aufgepickte Folie wäre hier nicht das Problem, diesen Schaden könnte man relativ leicht durch das Flicken des Loches beheben, aber wird die löchrige Folie nicht bemerkt, kommt es unter anderem zu Fehlgärungen und man ist schlussendlich gezwungen, den Siloballen wegzuschmeißen. Sie können innerhalb eines Tages bis zu einem Drittel der Aussaat vertilgen. 

Nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Tierwelt, insbesondere beim Niederwild, zu dem unter anderem Hasen und Fasane zählen, richten die Krähen einen nicht unwesentlichen Schaden an. Ihre Ernährung ist sehr vielseitig und hängt auch vom vorhandenen Angebot ab, sie beläuft sich nicht nur auf Insekten, tote Tiere und Eier, sondern auch auf alle Arten von Jungvögeln und Jungwild, wie zum Beispiel junge Hasen, Schnepfen, Fasanengelege etc. Die Krähenvögel picken beispielsweise auch den hilflosen Junghasen die Lichter (jagdlicher Fachausdruck für Augen) aus und töten ihn.

 

PRINZIPIELL GESCHÜTZT!

Da die Krähen zu der Gattung der Singvögel gehören, sind Sie durch die EG-Richtlinie, der sogenannten Vogelschutzrichtlinie, europaweit unter Schutz gestellt, d.h. das vorsätzliche und absichtliche Fangen und Töten dieser Vögel ist somit verboten. Auf Grund von Schäden laut § 90 bzw. 104b SJG 1993 (ich beziehe mich hier auf das Bundesland Salzburg) dürfen von der Bezirksverwaltungsbehörde Bescheide zur Erlegung erlassen werden. Diese Regelung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. 

BEJAGUNG

Wer glaubt, dass man die Krähen ohne weiteres bejagen kann, ohne sich dabei gut vorzubereiten, wird schnell eines Besseren belehrt. Sie sind sehr lernfähig, hochintelligent und äugen (sehen) sehr gut, daher ist eine gute Tarnung unumgänglich! Bemerkenswerter Weise können sich die Tiere sogar bestimmte wiederkehrende Personen, in diesem Fall Jäger, merken und sich dieses Wissen untereinander sogar weitergeben. Dies trifft auch auf die Weitergabe von Futterstellen zu. Auch werden Bewegungen des Jägers sehr schnell wahrgenommen, daher ist es wichtig, sich bei der Jagd ruhig zu verhalten. Einige wesentliche Punkte dürfen für eine erfolgsversprechende Krähenjagd nicht außer Acht gelassen werden!

  • Das Lockbild muss vor Beginn der Morgendämmerung. Es hilft nichts, wenn man bestens ausgerüstet und vorbereitet ist und zu spät ins Revier kommt! Stellt der Jäger die Lockkrähen erst im Morgengrauen auf, verpasst er nicht nur die ersten Anflüge, sondern gibt den Krähen die Chance von seinen Fehlern zu lernen, da sie den Jäger mit dem Lockbild verknüpfen. Es ist immer besser mehr Zeit einzuplanen, denn unter Zeitdruck vergisst man schnell mal die Patronen im Auto etc.
  • Das Auto ist auch schon der nächste wesentliche Punkt, es ist sehr wichtig, dieses weit von dem Lockbild zu platzieren. Man sollte den Krähen nicht die Möglichkeit geben, das Auto mit der Krähenjagd zu verknüpfen. Je nach Gegebenheiten sollte es gut „versteckt“ sein, was nicht immer leicht ist.
  • Erfahrungsgemäß sollte das Lockbild nicht weiter als 25 m entfernt sein, bei stärkerem Wind ca. 10 m, aber hier muss man selbst das Gespür dafür bekommen, denn jeder Jäger hat seine Eigenheiten und Vorlieben.

  • Bei der Tarnung sollte man auf natürliche Farben zurückgreifen, unnatürliche und grelle, auffällige Farben „leuchten“ durch das Tarnnetz durch und werden schnell eräugt. Daher ist es auch wichtig, dass keine Patronenpackungen, Patronen, oder andere unnatürliche Utensilien herumliegen! Auch wenn man es sich nicht vorstellen mag, äugen die Krähen sehr weit und gut! 
  • Wer sich nicht ruhig und entspannt bei der Krähenjagd verhalten kann, wird nicht zum Erfolg kommen, denn ein hektischer und unruhiger Jäger verrät sich dadurch selbst auf weite Entfernungen! Daher ist Ruhe und Geduld ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

  • Ein nicht unwesentlicher Teil des Erfolgs ist von den eingesetzten Lockkrähen abhängig! Es sollen daher nur beflockte und saubere Attrappen eingesetzt werden, d.h. sie müssen so natürlich wie möglich aussehen. Eine einzige glänzende und/oder dreckige Lockkrähe im Lockbild schreckt die Krähen garantiert ab. 

  • Auf die Sicherheit muss geachtet werden! Dazu sollte es auch nicht viel zu sagen geben!!! Zur eigenen Sicherheit empfehle ich einen Gehörschutz (aktiv/passiv)

Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass meiner Meinung nach eine vertretbare Reduktion der Krähen zum aktiven Niederwildschutz beiträgt und auch so fortgeführt werden soll. Wer diese spannende Jagd nachhaltig betreibt, kommt in den Genuss einer sehr spannenden und abwechslungsreichen Jagd.

 

 

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Autor: HUNTANDCARE

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