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Tierisch Starke Medizin - Der DACHS

Der Dachs – schon von der Hl. Hildegard hoch verehrt!

Erfahren sie alles zur Gewinnung und Heilwirkung von Dachschmalz. 

Gewinnung des Dachsschmalzes

Für die Gewinnung des Dachsschmalzes eignet sich die Wasser- badmethode am besten, um die wertvollen ungesättigten Fett- säuren zu erhalten. Die Sonnenmethode und die Backofen- methode sind hierfür nicht oder nur bedingt geeignet, da Dachs- fett weniger ölige Anteile hat als Murmeltierfett. Die Pfannenme- thode sollte man erst probieren, wenn man schon sehr viel Erfahrung hat, da es sehr leicht passieren kann, dass die Tempe- ratur zu hoch ist, wie die Abbildung unten zeigt.

Zusammensetzung Dachsschmalz

Auch über das Dachsschmalz haben die beiden Forscher Prof. Dr. H. Wagner und D. Nusser schon 1988 berichtet. Es enthält die gleichen Corticosteroide, die man auch im Murmeltieröl gefun- den hat, allerdings ist der Gehalt im Dachsschmalz mit durch- schnittlich 80 mg/kg über doppelt so hoch. Der Anteil an Linol- und Linolensäure ist dafür deutlich geringer als beim Murmel- tieröl. Der Anteil gesättigter Fettsäuren beträgt 36,6 %, einfach ungesättigter Fettsäuren 41,2 % und mehrfach ungesättigter Fettsäuren 12,3 %. Die Gesamtmenge an ungesättigten Fettsäu- ren beträgt immerhin noch über 50 %.

Geruch, Farbe, Konsistenz

Gutes ausgelassenes Dachsschmalz ist von leicht zitronengelber Farbe und scheidet sich nach ca. 2 Tagen in einen schmalzigen, festen Anteil (ca. 55-60 % der Gesamtmenge) und einen öligen Anteil (40-45 % der Gesamtmenge). Dachsschmalz, welches im Handel erhältlich ist, hat jedoch keinen öligen Anteil, sondern be- steht zu 100 % aus schmalziger, dickflüssiger Masse. Deren Ge- ruch erinnert deutlich mehr an Bratenfett als der des angenehm leicht schmalzigen, herb animalischen Fett-Öl-Gemischs, das man erhält, wenn man sich selbst die Mühe macht.

Der Geruch von selbst ausgelassenem Dachsschmalz ist spitz, scharf, rassig, kräftig, erinnert ein bisschen an Ejakulat und Tes- tosteron, enthält eine stark erdige, nach kühlem Waldboden duf- tende, männliche, helle, klare, herbe Schmalznote, lang anhaltend, verbindet sich gut mit Harzen, Koniferen, Wurzeln und Zitrusölen.

Lagerung

Bei kühler, dunkler Lagerung ist Dachsschmalz trotz seines hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren gut 2-3 Jahre haltbar und voll wirksam. Sauerstoffzufuhr muss vermieden werden.

Heilwirkung des Dachsschmalzes – aktueller Stand der Forschung

Auch das Dachsschmalz ist sehr gut untersucht und analysiert. Wir finden zu einem großen Teil ähnliche Inhaltstoffe wie beim Murmeltier. Die Apotheke muss auch hier jede Charge auf die vorgeschriebenen Bestandteile prüfen. Aus pharmazeutischer und schulmedizinischer Sicht gelten für das Dachsschmalz die glei- chen Indikationen wie für Murmeltieröl.

Das Bild zeigt sehr schön die Qualitätsunterschiede von zu heiß ausgelassenem Dachsschmalz (Mitte), das keinerlei öligen Anteil und eine bräunlich karamellartige Farbe hat. Im Bild links das aus- gelassene Fett eines Dachses mit ca. 30 % öligem Anteil und im Bild rechts das ausgelassene Fett eines Dachses mit einem schmal- zigen Anteil von ca. 25 % und zwei verschiedenen öligen Antei- len, einem trüben Ölanteil von ca. 40 % und einem klaren Ölanteil von ca. 10 %. Das Öl-Schmalz-Verhältnis kann je nach Klima, Jahreszeit, Nahrung und Größe des Tieres variieren, die Farbe jedoch sollte immer so hell wie möglich sein.

Das bräunliche Dachsfett kann höchstens noch zur Lederpflege dienen, falls man sich am deutlich intensiveren Geruch nicht stört.

Bitte achten Sie beim Dachsschmalz (natürlich auch bei allen an- deren Wildtieren) darauf, in welchem Biotop der Dachs gelebt hat. Tiere, die starken Umweltbelastungen (Pestiziden, Überdün- gung…) ausgesetzt waren, lagern diese Problemstoffe besonders in ihrem Fett ab. Beim Verarbeiten zu Salben werden Pestizide weder zerstört noch abgebaut und wandern mit der Salbe auf und in unsere Haut und unseren gesamten Organismus!

 

Verwendung des Dachsschmalzes in der Volksmedizin

Die Hl. Hildegard von Bingen schreibt über das Dachsfett  wie folgt: „[…] Der Dachs ist warm, und hat ein stilles Gehaben, […] Nimm daher sein Herz und […] und dann füge auch Fett dieses Tie- res bei, und (etwas) vom Gichtbaum und weniger ,stabwurtz‘ als Gichtbaum […] und so mache eine Salbe, die das beste ist gegen Gicht und gegen verrenkte Glieder in den Gelenken […]“

Überall dort, wo es keine Murmeltiere gibt, hat die Verwendung des Dachsschmalzes seine Stelle eingenommen. So finden wir in der alten Literatur bei Paracelsus und bei Hildegard von Bingen die gleichen Indikationen. Die mündlichen Überlieferungen decken sich ebenso und emp- fehlen Dachsschmalz bei folgenden Beschwerden: Verbrennun- gen, Wunden, Narben, Hautprobleme, Muskelverspannungen, Verstauchungen, Arthrose, Arthritis, Tendovaginitis, Epicondylitis, Rheuma, Gicht, Verkalkungen, Lungenerkrankungen aller Art …

Pfarrer Weidinger empfiehlt Dachsschmalz bei Nierenerkrankun- gen, Nierenentzündungen und Blasenproblemen.

 

Rezeptbeispiele

Frechdachs mit Lärche

4 Esslöffel Dachsschmalz

1 Kaffeelöffel Lanolin anhydrid (= wasserfreies, rückstandgeprüf- tes Schafwollfett)

1 Kaffelöffel Lärchenharz

5 g Bio-Bienenwachs ungebleicht Chlorophyll

6 Tr. genuines, authentisches, ätherisches Lavendelöl bio

5 Tr. genuines, authentisches, ätherisches Weißtannenöl bio

 

Dachsschmalz, Lanolin anhydrid, Lärchenharz und Bienenwachs gemeinsam im Wasserbad schmelzen. Wenn die Masse hand- warm ist, das Chlorophyll und die ätherischen Öle dazu geben. Wie im Kapitel Murmeltierrezepte weiterverarbeiten. Lärchenharz kann man selbst sammeln, ohne den Baum zu verletzen. Es gibt immer wieder Lärchen, an deren Rinde man Harz findet. Lär- chenharz ist in Apotheken und im Versandhandel auch als Lär- chenterpentin erhältlich. Sollten nicht alle ätherischen Öle zur Verfügung stehen, einfach weglassen.

Bei Verspannungen und rheumatischen Schmerzen hat sich die- ser geschmeidige Balsam als sehr hilfreich erwiesen. Gleicherma- ßen kann er auch als Brust- und Hustenbalsam eingesetzt werden. Der waldige, frische Duft kommt besonders bei Naturburschen gut an.

 

Max Dax

90 ml Dachsschmalz

Eine Handvoll frische kleingeschnittene Lorbeerblätter ca. 30-60 Minuten im Dachsschmalz warm mazerieren (bei ca. 60 ° C zie- hen lassen).

15 g Lanolin anhydrid (= wasserfreies, rückstandgeprüftes Schaf- wollfett)

15 g Bio-Bienenwachs ungebleicht

10 Tr. genuines, authentisches, ätherisches Lorbeeröl bio 10 Tr. genuines, authentisches, ätherisches Lavendel bio

 

Dieser Schmerzbalsam hat sich besonders bei akuten Gelenksbe- schwerden wie Kalkschulter und Epicondylitis, die häufig nur mit hohen Dosen nicht steroidaler Antirheumatika und Cortison be- handelbar sind, als sehr hilfreich erwiesen.

 

Sonstiges und Sonderbares

Dachsschmalz:

Es wird von vielen alten Schustern und Jägern sehr gerne für die Pflege der Schuhe und für die Verarbeitung von Leder verwen- det.

Obwohl Murmeltieröl und Dachsschmalz ein sehr ähnliches Fett- säuremuster und verwandte Inhaltsstoffe haben, gibt es interes- santerweise über das Dachsschmalz keinen Mythos, der darauf hinweist, dass eine zu lange Anwendung die Knochen aufweichen würde! Dafür wird über Dachsschmalz der folgende Mythos berichtet: Berührt man beim Einreiben mit Dachsschmalz mit den Händen den Kopf, verfärben sich an dieser Stelle die Haare schneeweiß!

 

Dachsfleisch:

Auch heute noch gibt es Jäger, die aus dem Dachsfleisch einen sehr schmackhaften Speck oder Schinken zubereiten. Im Koch- buch des Bernhard Kathan über die verschwundenen und selte- nen Gäste der Speisekarte finden wir folgendes interessante Rezept:

„Sein Fleisch schmeckt süßer als Schweinefleisch, erscheint aber man- chen Menschen als wahrer Leckerbissen. Dachsbraten: Der Dachs  wird enthäutet und gewaschen, 2-3 Tage mit Zwiebeln, gelben Wur- zeln, Salbei und allerlei Küchenkräutern, Lorbeerblättern, Pfeffer, Salz und Nelken in kochenden Essig gelegt. Hierauf wird er wie ein Hase gespickt und wie dieser, doch seines zarten Fleisches wegen kürzer gebraten.“

 

Dachsfell:

Die hohlen Rückenhaare des Dachses werden auch heute noch zu exklusiven Rasierpinseln verarbeitet.

Das Fell des Dachses ist nicht kuschelig und weich wie das von vielen anderen Wildtieren. Es ist ein bisschen ruppig, starr und leicht stechend, da die Haare hohl sind und damit besser Wärme speichern können. Auf unserer Haut spüren wir dann ein leich- tes, ständiges „Prickeln“.

Schon bei Hildegard von Bingen lesen wir über das Dachsfell:

„[…] es ist auch große Kraft im Fell (des Dachses), denn daraus mach einen Gürtel, und umgürte dich damit um die nackte Haut, und alle Krankheit wird in dir aufhören, […] mach auch Schuhe und Halb- stiefel aus diesem Fell und ziehe sie an, und du wirst gesund sein an den Füßen und Beinen.“

Bei Hildegard-Medizinern ist die Verwendung des Dachsfelles als Schuhe und als Nierengurt immer noch sehr beliebt und sie er- zielen damit große Erfolge. Dachsfellschuhe werden bei Durch- blutungsstörungen der Beine bis hin zum Raucherbein verordnet. Die hohlen Dachshaare liegen dabei auf der bloßen Haut auf – entgegen der Wuchsrichtung – und bewirken somit eine ständige Mikrozirkulation. Auch der Nierengurt wird mit dem Dachshaar direkt auf der Haut getragen und soll den ganzen „oberen“ Men- schen gesund halten.

Bei Dachsfellprodukten ist besonders auf die Herkunft zu ach- ten. Ware, die aus chinesischen Dachsfarmen stammt, fühlt sich zwar nicht so ruppig an, zeigt jedoch eine wesentlich gerin- gere gesundheitsfördernde Wirkung.

 

Dachspenisknochen:

Wie alle Marderartigen hat auch der Dachs einen Penisknochen, dessen Form an eine Nähnadel erinnert, so dass ich mich manch- mal frage, ob das unsere Vorlagen für die modernen Nähwerk- zeuge waren. Der Penisknochen soll in der Geldtasche aufbewahrt werden und dafür sorgen, dass einem nie das Geld ausgeht.

Text und Fotos: Barbara Hoflacher

Autor: Die Jägerin - das Jagdmagazin

Mehr Infos zum Autor finden Sie hier.

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